Die ersten kalten Tage bringen nicht nur bunte Blätter und kuschelige Vorlese-Nachmittage, sondern auch die Erkältungszeit. Kaum ist das eine Kind wieder fit, hustet schon das nächste und ein paar Tage später liegt die ganze Familie flach… Ganz normal, sagen Fachleute: Bis zum Schulalter sind acht bis zwölf grippale Infekte pro Jahr völlig normal. Vor allem bei Kleinkindern kann sich das schnell wie ein endloser Kreislauf aus Taschentüchern, Husten und schlaflosen Nächten anfühlen.
Im Herbst und Winter gehören Rotznasen, Husten und müde Gesichter leider einfach dazu. Trotzdem könnt ihr einiges tun, damit die Nächte erträglicher werden und alle ein bisschen besser schlafen. Hier findet ihr die besten Hausmittel, Schlaftipps und Immun-Booster für eure Kids.
Starke Abwehr von Innen
Ein gesundes Immunsystem ist die beste Vorbereitung auf die nächste Erkältungswelle. Besonders hilfreich fürs Immunsystem sind:
Vitamin C und A stecken in Obst und Gemüse - vor allem in Paprika, Brokkoli, Beeren, Karotten und Süßkartoffeln
Zink stärkt die Abwehrkräfte und findet ihr in Haferflocken, Nüssen, Vollkornprodukten oder Hülsenfrüchten
Gute Fette und Eiweiße liefern Energie für die Regeneration; enthalten in Avocados, Nussmus, Eier oder pflanzlichen Ölen
Kleiner Trick: Ein Smoothie mit Beeren und Haferflocken, ein warmer Porridge am Morgen oder Gemüsesticks mit Humus sind einfache Wege, Kinder mit den wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Ganz ohne Zwang!

Wärme, Geborgenheit und Ruhe - die Basis für Heilung
Klingt banal, ist aber das Wichtigste: Ein erkältetes Kind braucht keine großen Aktionen. Der Körper arbeitet auf Hochtouren, also darf alles andere eine Pause haben. Kuscheln, Bücher anschauen, Hörspiele hören - das alles ist jetzt völlig ausreichend. Wärme hilft zusätzlich: Ein warmes Fußbad, ein Körnerkissen auf dem Bauch oder warme Socken unterstützen die Durchblutung und helfen dem Körper, sich zu regenerieren.
Ein bewährtes Ritual: Ein „Kuschel-Nest“ im Wohnzimmer oder im Hochbett bauen, mit Lieblingsdecke und Stofftier. Das vermittelt Sicherheit. Und genau die braucht ein krankes Kind, um sich zu entspannen und schnell gesund zu werden!

Hausmittel gegen Erkältung: sanft und wirksam
Man braucht keine große Hausapotheke, um den Kinderkörper zu unterstützen. Viele Mittel lassen sich aus Dingen machen, die ihr eh schon zuhause habt:
Gegen Halsschmerzen
Quarkwickel: Kalten Magerquark auf ein feuchtes Tuch streichen, einschlagen und um den Hals legen. Mit einem Schal fixieren. Das kühlt, lindert Schmerzen und hemmt Entzündungen.
Gegen Fieber
Wadenwickel: Einen Schuss Essig in lauwarmes Wasser geben, zwei Tücher eintauchen, etwas auswringen und um die Waden legen. Alle zehn Minuten erneuern. So sinkt die Temperatur schonend.
Gegen Schnupfen
Kochsalzlösung: Einen Teelöffel Salz in einem Liter lauwarmem Wasser auflösen. Für größere Kinder in eine Nasendusche, für kleinere in eine Pipette oder Spritze ohne Nadel füllen. Befeuchtet die Schleimhäute und macht die Nase frei.
Gegen Husten und festsitzenden Schleim
Zwiebel: Klein geschnitten in eine Socke oder ein Mulltuch füllen und neben das Bett legen oder ans Kopfende hängen. Die ätherischen Öle wirken schleimlösend.
Viiiel trinken!
Wenn Kinder erkältet sind, vergessen sie oft zu trinken. Dabei braucht der Körper jetzt besonders viel Flüssigkeit, um Schleim zu lösen und Fieber zu senken.
Ideal sind lauwarmes Wasser, Kräuter- oder Früchtetee.
Bei Babys gilt: lieber öfter stillen oder häufiger das Fläschchen anbieten.
Und falls das Glas Wasser langweilig ist, hilft ein bisschen Fantasie: „Zaubertrank“ oder „Drachenbrühe“ klingen direkt viel spannender!

Gute Nacht trotz Schnupfen - was nachts wirklich hilft
Gerade nachts wird es schwierig: Die Nase ist dicht, der Husten wacht mit auf, die Luft ist trocken… Kein Wunder, dass Kinder (und Eltern) kaum schlafen.
Diese Dinge helfen euch, damit es trotzdem etwas leichter wird:
Luftbefeuchter im Zimmer: Trockene Heizungsluft reizt die Schleimhäute. Wer keinen Luftbefeuchter hat, hängt einfach feuchte Handtücher oder frisch gewaschene Wäsche ins Kinderzimmer.
Vor dem Schlafengehen Stoßlüften: Fünf Minuten frische Luft befeuchten und kühlen die Atemwege. Das erleichtert das Atmen eurer Kids.
Kopf leicht erhöhen: Ein dicker Ordner, ein Buch oder Kissen unter der Matratze hilft, dass Schleim abfließt und die Nase freier wird. Babys dürfen nicht mit Kissen hochgelagert werden - bei ihnen gehört die Erhöhung auf jeden Fall unter die Matratze!
Muttermilch in die Nase: Für stillende Mütter ein alter, aber wirksamer Tipp. Muttermilch enthält antibakterielle und entzündungshemmende Stoffe und kann die Nase befreien.
Zwiebelsäckchen neben dem Bett: Die Dämpfe verflüssigen Sekrete und lösen Schleim. Besonders bei Reizhusten in der Nacht hilfreich.
Lavendelöl oder Kinderbalsam: Ein Tropfen auf den Kissenrand oder sanft auf Brust und Rücken einmassiert, beruhigt und hilft beim Einschlafen.
Eltern dürfen auch müde sein
Erkältungen strapazieren nicht nur das Immunsystem, sondern auch die Nerven. Wenig Schlaf, viele Sorgen und ein volles Bett gehören dazu. Versucht, gelassen zu bleiben. Perfekt muss gar nichts sein. Ein Tee, eine Seite oder einfach zehn Minuten Stille, wenn euer Kind schläft, sind das beste Mittel für alle.

Am Ende hilft vor allem Liebe
Erkältungen sind anstrengend, aber sie gehen vorbei. Kinder lernen dabei, ihr Immunsystem aufzubauen - auch wenn es sich nach dem fünften Kita-Infekt des Winters nicht so anfühlt. Mit Wärme, Nähe und einfachen Hausmitteln könnt ihr viel tun, damit die Nächte trotz Schnupfen etwas friedlicher werden. Am Ende zählt eh nicht das perfekte Rezept, sondern das Gefühl: Wir sind da. Wir schaffen das.















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